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Ernte 2019

Ernte 2019

 

Erntereise 2019: 30.10. - 10.11.2019

 

Ein herzliches Willkommen an alle Freunde und Besucher unserer Erntereise.

Bereits Ende September bestand berechtigte Hoffnung, dass es dieses Jahr ein guter Jahrgang werden könnte. Die Qualität der Oliven war perfekt, aus die Menge konnte man nur schwer schließen, da die Oliven noch sehr klein waren. 

Inzwischen ist klar geworden, dass auch der Ertrag gut wird. Aber der Reihe nach:

Freitag, 1.11.2019, Arbeitsbeginn 8 Uhr:

Nachdem alle eingetroffen sind, gibt es wie immer das erste Briefing. Obwohl die Meisten schon mehrere Jahre dabei sind, erkläre ich ausführlich, worauf es mir ankommt: die schonende Behandlung der Oliven hat absolute Priorität, nur perfekte Früchte dürfen geerntet werden, alles was überreif oder schadhaft ist, verbleibt am Baum. "Paßt auf, wohin ihr tretet" schärfe ich allen ein, damit möglichst wenige Oliven auf den Netzen zertrampelt werden.

 

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Meine Truppe (v.links):  Nikos, Spiros (Vorarbeiter), Vera, Armando, Mira.

Nachdem alle Fragen geklärt sind, geht es los. Bei idealem Wetter (sonnig mit leichten Wolken, ca, 25 Grad) geht die Arbeit gut voran, zudem jeder weiß, was er zutun hat. 

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Wenn das Erntegut so aussieht wie im Bild links, macht die Arbeit richtig Spaß. 

 

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Nach einer kurzen Mittagspause geht es weiter, da sehr bald klar wurde, dass es wesentlich mehr Menge als erwartet sein würde. So arbeiten wir fast bis zur Dämmerung weiter, die um diese Jahreszeit allerdings schon kurz nach 17 Uhr eintritt. 

Morgen geht es also weiter, gegen Mittag müssen wir fertig sein, da ich für ca. 16 Uhr die Ölmühle gebucht habe.

Würde mich freuen, wenn Ihr morgen wieder dabei seid. Kali nichta!

 

Samstag, 2.11.2019, 8 Uhr

Alle sind pünklich zur Stelle und bei makellosem Wetter kann es weitergehen. Der gestrige Arbeitstag steckt mir noch ordentlich in den Knochen und im muß mich anstrengen, um den Arbeitstakt der Albaner mitzugehen. Später erzählt man mir, dass in den ersten Wochen nach Beginn der Erntesaison die Krankenhäuser voll sind mit Leuten, die sich die Kochen verstaucht, geprellt oder gar gebrochen haben. Später nimmt es dann ab - man hat sich an die Arbeit gewöhnt.

So viel Gewöhnungszeit habe ich leider nicht, also reiße ich mich zusammen.

Da es viel mehr Oliven sind als erwartet, kommen wir noch dazu in Zeitdruck, d.h. Kaffe- und Mittagspause werden gekürzt und wir arbeiten bis ca. 14 Uhr fast durch. Endlich kommt von Spiros die erlösende Meldung "teliosame (fertig) !!!!!"

Keinen Moment zu früh, der Tranporter von Lithos fährt schon vor, um die Ware abzuholen uns in die Mühle nach Sparti zu bringen. Beim Beladen halte ich mich zurück und überlasse es den Jüngeren, die es gewöhnt sind. Schließlich wiegen die Säcke bis zu 60 kg. Der knappe Zeitplan nervt zwar, lohnt sich aber, denn es zählt jede Stunde, um die die Ware früher zur Verarbeitung kommt. Noch dazu, wenn es so warm ist wie zur Zeit.

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Bereits ca. 1 Stunde später beginnen wir mit der Verarbeitung. Es ist ein Genuß, zu beobachten, wie die makellosen Oliven über das Band laufen.

 

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Später im Rührbottich entwickelt sich im Laufe der knappen Stunde in der der Teig langsam bei ca. 26 Grad durchgeknetet wird, das einzigartige Aroma von frisch gemahlenen grünen Oliven. Wie schade, dass ich Euch diesen Duft nicht übermitteln kann !

Angelockt von eben diesem Duft versammeln sich alsbald verschiedene Besucher, um fachzusimpeln, zuzuschauen und geduldig zu warten, bis endlich das erste Öl fließt. Ich selbst habe nicht so viel Geduld - zu hoch sind inzwischen meine Erwartungen gestiegen. Ich nutze die Wartzeit, um mit Nikos Papadakos (Chef) die Details der Filtration und Abfüllung festzulegen

Endlich läßt sich der erste grüne Strahl blicken! Wie von Zauberhand sind plötzlich Brot und Wein vorhanden und im Nu ist eine spontane Öl-Verkostungsparty im Gange. Da ich noch fahren muß, halte ich mich zurück, jedenfalls beim Wein. Bei Brot und Öl lange ich ordentlich zu, denn inzwischen hat sich die Anspannung etwas gelöst und auch ein gewisser Hunger setzt sich durch. 

 

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Die allgemeine Begeisterung bestätigt, was abzusehen war: Das Öl ist gut geworden dieses Mal, sehr gut sogar. Grün, fruchtig, scharf und mit zarter Bitternote. Nach dem desaströsen Ergebnis vom letzten Jahr bin ich sehr erleichtert.

Kleiner Faktencheck zum Abschluß:

Rohgewicht Oliven:  2050 Kg

Ölausbeute: ca. 350 L

Säuregehalt: 0,37%

Nach Filtration und Abfüllung in Sparti wird das Öl ca. Mitte Dezember verfügbar sein.

Das wars für heuer - vom Rest (Aufräumarbeiten, Verbrennen des Baumschnitts etc.) muß ich nicht extra berichten - es ist noch Arbeit genug.

Vieen Dank für Euren Besuch! Wir sehen uns in Augsburg.

 

Herzliche Grüße,

Euer Klaus Jedelhauser